Das Bild zeigt einen Mann und eine humanoide Roboterfrau, die an Laptops arbeiten. Die Szene ist in dunklen Tönen gehalten, mit Fokus auf die Figuren. Es erzeugt eine Atmosphäre von Technologie und möglicher Kooperation.
Quelle: https://sora.chatgpt.com

An die Entwickler: KI macht euch nicht überflüssig. Sie macht euch besser.

Michael Schiller
21. Januar 2026 · 4 Minuten Lesezeit
Komplexität KI Transformation Strategie Softwareentwicklung

Lass uns ehrlich sein

Du hast Copilot ausprobiert. Oder ChatGPT. Oder Claude.
Du hast gesehen, wie die KI in Sekunden Code generiert, für den du Stunden gebraucht hättest. Funktionierenden Code. Manchmal sogar eleganten Code.
Und irgendwo in dir ist zwischendurch, ganz kurz, immer mal wieder, dieser Gedanke aufgetaucht:
"Wozu braucht man mich noch?"
Das ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist eine ehrliche Reaktion auf etwas, das sich fundamental anfühlt.

Was die KI wirklich kann

Lass uns das nüchtern betrachten:
  • Boilerplate generieren - Ja, schneller als du
  • Patterns anwenden - Ja, aus Millionen von Beispielen
  • Dokumentation schreiben - Ja, oft sogar gut
  • Tests generieren - Ja, zumindest die offensichtlichen
  • Refactoring vorschlagen - Ja, basierend auf bekannten Patterns
Das ist beeindruckend. Keine Frage.

Was die KI nicht kann

Aber hier wird es interessant. Die KI hat kein:

Erfahrungswissen

Du hast hunderte Projekte gesehen. Du weißt, welche Architektur-Entscheidungen sich rächen - nicht weil du es gelesen hast, sondern weil du es erlebt hast. Du erinnerst dich an den Refactoring-Albtraum von 2019. An das System, das unter Last zusammenbrach. An die API, die niemand mehr anfassen wollte.
Die KI hat Trainingsdaten. Du hast Narben.

Könnerschaft

Es gibt einen Unterschied zwischen "wissen wie" und "können". Die KI weiß, wie man Code schreibt. Du kannst Software entwickeln, Produkte bauen, Probleme lösen.
Könnerschaft bedeutet:
  • Spüren, wann etwas nicht stimmt - bevor der Test fehlschlägt
  • Wissen, welche Fragen man stellen muss - bevor man anfängt zu coden
  • Erkennen, wann "gut genug" gut genug ist - und wann nicht
Das lernt man nicht aus Dokumentation. Das lernt man durch Jahre von Fehlern, Erfolgen, Iterationen.

Intuition

Du schaust auf einen Pull Request und weißt sofort: Das wird Probleme machen. Du kannst es nicht immer erklären. Aber du liegst meistens richtig.
Das ist keine Magie. Das ist dein Gehirn, das Muster erkennt, die du bewusst gar nicht mehr wahrnimmst. Jahrelange Erfahrung, verdichtet zu einem Gefühl.
Die KI hat keine Intuition. Sie hat Wahrscheinlichkeiten.

Gesamtüberblick

Die KI sieht den Code. Du siehst das System. Die Nutzer. Die Stakeholder. Die Geschichte. Die Zukunft.
Du weißt:
  • Warum diese Entscheidung damals getroffen wurde
  • Wer sich aufregen wird, wenn du das änderst
  • Welche anderen Systeme davon abhängen
  • Was der Kunde eigentlich meint, wenn er "schneller" sagt
Die KI optimiert lokal. Du denkst systemisch.

Die eigentliche Frage

Die Frage ist nicht: "Ersetzt KI Entwickler?"
Die Frage ist: "Was für ein Entwickler willst du sein?"

Option A: Der Code-Schreiber

Wenn dein Wert darin besteht, Zeilen zu produzieren, dann ja - das wird schwieriger. Die KI ist schneller. Billiger. Verfügbarer.

Option B: Der Könner

Wenn dein Wert in deiner Erfahrung liegt, in deinem Urteilsvermögen, in deiner Fähigkeit, das Richtige zu bauen - dann wird dein Wert steigen.
Denn genau das kann die KI nicht.

Wie sich deine Arbeit verändert

Weniger: Tippen

Du wirst weniger Zeit damit verbringen, Code zu tippen. Die KI generiert den ersten Entwurf. Du reviewst, korrigierst, verbesserst.

Mehr: Urteilen

Du wirst mehr Zeit damit verbringen:
  • Entscheiden, was gebaut werden soll
  • Beurteilen, ob der KI-Code gut genug ist
  • Erkennen, wo die KI falsch liegt
  • Systeme debuggen, die die KI nicht versteht
  • Mit Menschen reden

Neu: KI führen

Eine neue Fähigkeit wird wichtig: Der KI die richtigen Anweisungen mitgeben. Nicht "Schreib mir eine Funktion". Sondern:
  • Kontext liefern - aus deiner Erfahrung
  • Constraints definieren - aus deinem Systemverständnis
  • Qualität beurteilen - mit deiner Intuition
  • Iterativ verfeinern - mit deiner Könnerschaft

Was wir konkret anbieten

Für dich persönlich

  • Hands-on Workshops - Nicht Theorie, sondern echte Projekte mit KI
  • Pair Programming mit KI - Wie integrierst du KI in deinen Workflow?
  • Code Review - Wann ist KI-Code gut genug? Wann nicht?

Für dein Team

  • KI-Hackathon - Ein Tag, echte Probleme, gemeinsam lernen
  • Best Practices - Wie nutzt ihr KI konsistent im Team?
  • Qualitätssicherung - Wie stellt ihr sicher, dass KI-Code euren Standards entspricht?

Warum wir das verstehen

Wir sind selbst Entwickler. Jeden Tag. Nicht vor 10 Jahren - jetzt.
Unsere eigene Plattform:
  • Ruby on Rails - Vollständige Eigenentwicklung
  • KI-Integration - Sprachassistent, Fördermittel-Matching, Content-Generierung
  • Komplexe Systeme - CRM, Event-Management, Collaborative Roadmap
Wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn die KI Code generiert, den man selbst geschrieben hätte. Wir kennen die Unsicherheit. Und wir haben gelernt, damit umzugehen.

Die unbequeme Wahrheit

Entwickler, die sich weigern, mit KI zu arbeiten, werden es schwerer haben. Nicht weil sie ersetzt werden - sondern weil sie langsamer sind als die, die KI als Werkzeug nutzen.
Und: Entwickler, die ihre Erfahrung, ihre Könnerschaft, ihre Intuition mit KI kombinieren? Die werden unersetzlich.

Der erste Schritt

Du musst nicht alles auf einmal ändern.
Fang mit einem Gespräch an. 30 Minuten. Entwickler zu Entwickler.
  • Wo stehst du gerade?
  • Was funktioniert schon?
  • Was macht dir Sorgen?
Keine Verkaufspräsentation. Ein ehrliches Gespräch unter Kollegen.
Die KI hat Trainingsdaten. Du hast Erfahrung. Zusammen mega.
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